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Gästebuch

Westpreussen

Kreis Flatow  

Bereits Anfang 1200 versuchten die Polen Deutsche ins Land zu ziehen, was aber nicht gelang. Erst nach Einführung des Christentums begann die Einwanderung von Deutschen in Polen, die ersten in Polen wirkenden Geistlichen waren Deutsche. Die deutschen Kolonisten machten nicht nur wüste Landschaften urbar, sondern legten auch Städte und Dörfer an und standen nicht unter polnischem sondern unter deutschem Recht. Seit Mitte 1300 bis 1772 war der Kreis Flatow unter polnischer Herrschaft.

Ab 1349 brach für den Kreis Flatow eine bessere Zeit an.  König Kasimir III. sorgte gut für das neu erworbene Land. Er zog noch mehr deutsche Ansiedler in sein Reich. Deutsches Wesen und Kultur wurde ins Land gebracht und besonders die Städte hatten davon Vorteil.

Im 14. Jahrhundert wetteiferten die Klöster mit den Königen, Deutsche ins Land zu ziehen, und so kamen auch in diese Gegend viele Deutsche. 1370 lebten in Kamin überwiegend Deutsche, so auch in den umliegenden Dörfern.

Einige geschichtliche Daten:

  • 1454 – 1466 13jähriger Krieg
  • 1454             Schlacht bei Konitz zwischen Deutschen und Polen 
  • 19.10.1466   wurde der Frieden zu Thorn geschlossen 
  • 1605 – 1635 1.Schwedenkrieg 
  • 1655 – 1660 2. Schwedenkrieg, er endete 1660 mit dem Frieden zu Oliva 
  • 1700 – 1721 3. Schwedenkrieg    
  • 1772             1.Teilung Polens         
  • 1793             2.Teilung Polens       
  • 1806             Doppelschlacht zu Jena und Auerstedt   
  • 1807             Frieden zu Tilsit  
  • 1814             Pariser Frieden    
  • Die Kriege 1864, 1866 und 1870/71 führten zur Einigung Deutschlands   
  • 1919 Friedensvertrag von Versailles, welcher im Januar 1920 in Kraft trat, wobei der Kreis Flatow geteilt wurde. 

Schwere Krankheiten und Epedemien:

  • 1656             Pest in Zempelburg und Umgebung
  • 1709 – 1711 2. Pest in Zempelburg und Umgebung  
  • 1781             Ruhr in Zempelburg und Umgebung  
  • 1782             Pocken 
  • 1783             Pocken und Flechtthyphus   
  • 1831             Colera (99 Menschen starben in 6 Wochen v. Oktober- November)  
  • 1835             Colera (schwach)     
  • 1863             Colera (stark)   
  • 1866             Colera (stark) 
  • 1884/85        (Winter) Scharlach, Diphterie, Thyphus 
  • 1812             Rinderpest

Wer sich ausgiebiger mit dem Kreis Flatow beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch von “Otto Goerke”, aus dem ich diese Daten zum großen Teil entnommen habe. 

Ich möchte mich hier auf die wichtigsten Orte meiner Vorfahren  beschränken.                                                                       Es sind die Stadt Kamin und die Dörfer Groß Zirkwitz, Klein Zirkwitz, Groß LoßburgGroß Lutau, Klein Lutau, Komierowo, Salesch, Skarpi, Waldau, Schönhorst und Zahn.

 

Kamin

Die Stadt Kamin hieß, als sie noch ein Dorf war, Wawrzyskowo und Wawrzyskowicze, während die daneben liegende Steinburg Kamien genannt wurde. Als der Ort zur Stadt erhoben wurde, erhielt er von dem Fluss und der Steinburg den Namen Kamin, pol. Kamien. Alte Schreibweisen sind Camena, Kamonicacz, Camenum, Camina, Camona, Caminum, Camyn, seltener Gamin, Gamina, Lapis Camina. Anfang des 19. Jahrhunderts Kamien, Camin, Kamin, Cammin. Die amtliche Schreibweise war bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Cammin. Am 6.11.1865 wurde verfügt, dass die früher übliche Schreibweise mit einem „m“ wieder hergestellt wird. Am 16.7.1883 die Schreibweise mit „K“ am Anfang festgesetzt. Seitdem wird die Stadt „Kamin“ geschrieben.

Kamin ist eine kleine offene Königliche Immediatstadt auf einer Anhöhe, die aber noch von höheren Bergen umgeben ist. Sie liegt 7 Meilen von Bromberg, 2 Meilen von Konitz und eine Meile von Zempelburg, in einer fruchtbaren Gegend, die gute Acker hat.

Kamin liegt an den Chausseen Konitz – Nakel und Kamin – Gr. Zirkwitz, sowie an der Eisenbahn Gnesen – Nakel – Konitz.

Das Stadtsiegel zeigt den preußischen Adler.

Der Ort bestand bereits um 1100, und zwar als ein polnischner Burgflecken. Der Polenkönig Boleslaus III. Krzywousti (Schiefmund), der von 1103 bis 1139 regierte, nahm die Burg den pommerellischen Königen ab; bald darauf aber gehörte sie wieder den Pommerellen. 1237 stellte der Herzog Swantepolk II. von Pommerellen eine Urkunde aus, wo er dem damaligen Erzbischof Fulko und allen seinen Nachfolgern Crusewo, Mochle und Orel =(Wordel) inklusiv aller Nutzungen schenkte; die Einwohner sollten von allen Diensten, Fronden und Steuern an den Staat befreit sein.

Diese Güter bildeten neben Zirkwitz, das wohl schon früher dem Erzbischof gehörte, den Grundstock der an der Kamionka liegenden Erzbischöflichen Herrschaft. Der Deutsche Ritterorden begann sein Gebiet links der Weichsel immer mehr zu erweitern. Er begnügte sich nicht mit Pommerellen, das im Süden bis Dobrinke und Kamionka reichte, sondern wollte auch die Kraina in der Kamin lag, Kujawien und andere zu Großpolen gehörende Gebiete in seine Gewalt bringen.

1360 wurde Kamin durch den Erzbischof Jaroslaw Skotnicki von Gnesen (1342 – 1376) zur Stadt mit deutschem Recht erhoben und die Gründungsurkunde wurde 1370 von König Kasimir III. dem Großen (1333 – 1370) ´bestätigt. Das 1. Stadtprivileg wurde 1372 von dem Erzbischof geschrieben.

Kamin lag hart an der pommerellischen Grenze und hatte nicht nur unter den Grenzfehden zwischen Pommerellen und Polen, sondern auch später (durch die Ordensritter) viel zu leiden. Besonders hart wurde die Stadt Anfang des 15. Jahrhunderts mitgenommen, als die Komture von Schlochau und Tuchel ihre Streifzüge in das polnische Reich unternahmen.

1414 fielen die Ordensritter nochmals in die Kraina ein und verbrannten Camyn, Zempelburg  und Krone an der Brahe, und 1422 fiel Kamin zum 3. Mal in ihre Hände und wurde durch den Komtur von Schlotzhauch verbrannt. 1433 hatte Kamin durch die Husitten viel zu leiden. 1459 plünderte Wlodko Danaborski, Erbherr von Flatow und Krojanke, die Stadt Kamin und die umliegenden Dörfer.

Zu späterer Zeit gibt es keine Überlieferung von kriegerischen Ereignissen, es ist aber anzunehmen, dass in den Kriegen des 17. Jahrhunderts, in denen das nahe gelegene Konitz verschiedene Male von den Schweden besetzt wurde, auch Kamin nicht verschont blieb.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Neueinteilung der Diozösen vorgenommen und die Kirchen, einschließlich der übrigen Kirchen des Kreises Flatow mit dem Bistum Kulm vereinigt.

Der letzte, der Erzbischöfe, welcher Stadt und Amt Kamin besessen hat, Gabriel Podoski (1766 – 1766) erwies den Bewohnern von Kamin viel Gutes.

Im Jahre 1772 wurde Westpreußen dem Staat Friedrich des Großen einverleibt, er nahm dem Erzbischof die Verwaltung seiner Tafelgüter ab. Er zog sie als Staatsgüter gegen eine jährliche Kompetenzzahlung von 3818 Talern 7 Groschen 4 Pfennig ein und bildete ein besonderes Domänenamt Kamin, das der Kammerdeputation zu Bromberg unterstellt wurde; zu ihm gehörte die Stadt Kamin mit 2 Vorwerken und 14 Dörfern. 1824 wurde das Domänenamt Kamin in eine Domänen-Intendantur umgewandelt, und später erscheint statt des Rentamts Kamin das Rentamt Vandsburg.

Im Tilsiter Frieden 1807 blieb Kamin Preußischer Besitz, doch wurde das Domänenamt Eigentum des französischen Marschalls Mortier, wenn auch widerrechtlicher Weise. Napoleon wollte seine französischen Offiziere durch Schenkungen polnischer Güter belohnen. Zu dem Zweck ließ er sich vom Herzogtum Warschau Domänen schenken. Die Domäne Kamin erhielt der Herzog von Treviso, Marschall Eduard Kasimir Mortier. Er erhielt aber nur das zum Herzogtum Warschau gelegenen Dorf und Vorwerk Zarbatowo, nordwestlich von Mrotschen. Trotzdem kam er in den Besitz des ganzen Domänenamtes, und Preußen erhielt es erst im Pariser Frieden am 30.5.1814 zurück. Damals wurden durch die Königlich Preußische Regierung bei Reorganisation des Amtes die Ortschaften Zabartowo, Lubiewo, Guckau und Kozlinke von demselben abgetrennt; Zabartowo fiel an die neue Provinz Posen, die anderen Ortschaften wurden mit Domänen des Schwetzer Kreises vereinigt.                                                                                                                                                   Zurück zur Übersicht

 

Gemeindebezirk Groß Loßburg

Lossow, Losowo, 1373 Lossowo, 1546 Wlosciborz, 1728 Loscibor, 1800 Lossiborz, Losburg, Groß Loßburg.

Groß Loßburg liegt nördlich von Zempelburg, zwischen Zahn und Waldau, an der Chaussee Zempelburg – Waldau.

Das ehemalige Vorwerk Klein Loßburg liegt südlich von Groß Loßburg und nördlich von Komierowke.

Justinenhof, auch ein früheres Vorwerk, liegt südlich von Groß Loßburg

Zu Groß Loßburg gehörte früher ein ziemlich großer Wald, der von 1900 – 1903 abgeholzt wurde. Zum größten Teil wurde das Holz zu Eisenbahnschwellen und Grubenbalken verarbeitet. Die ehemaligen Förstereien, z. B. Holzlinke und Marientorf (Torfkaten)  sind eingegangen; letzteres schon 1852. Die Marienwiesen wurden am 2.1.1904 verkauft.

Groß Loßburg wird 1373 zuerst erwähnt. Arnold von Waldowo erbaute hier ein Schloss, welches im Jahre 1383 durch 8 Tage von Domarat von Pierzchno (Johann von Czarnkowo) belagert wurde. Seit seiner Gründung gehörte groß Loßburg zum Waldauergebiet und hat daher dieselbe Frühgeschichte wie Waldau (siehe Neuwaldau). In den Kämpfen zwischen den Adelsgeschlechtern Erznmaler Nalencz wurden die Güter der Familie Waldowski  die auf Seiten der Nalencz (Masurenpartei) stand, von den Erznmaliten (der ungarischen Partei) verwüstet. Insbesondere hatte man es auf die Güter des mächtigen Arnold Waldowski abgesehen. Seine neuerbaute Feste Groß Loßburg wurde 8 Tage belagert, doch vermochten die Feinde sie nicht einzunehmen. Von den Waldowski stammen die Wlosciborski oder Losciborski, die Besitzer von Loßburg. 1391 war Wilczko Erbherr von Loßburg. 1653 wohnten hier 5 halbhüfner, vorher gab es 24; doch hatten 19 ihre Äcker verlassen. 1680 war es im Besitz des Kajethan de Rautenberg von Garczhn, der Czarnikauer Truchfeß war. 1744 wohnten im Dorf nur 2 Protestanten, der Schmied und der Schäfer. 1772 besaßen das Gut Loßburg die mit den Waldowski verwandten Sadowski. Im vorigen Jahrhundert besaß es die Familie Wegener, die es im Jahr 1889 mit den Vorwerken Klein Loßburg und Justinenhof an den Rittergutsbesitzer Prondzinski auf Skarpi für 585 000 M verkaufte.

Die Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse geschah 1829. Das Gut bestand 1830 aus dem Hauptgut Groß Loßburg, dem Vorwerk Klein Loßburg, der Kolonie Marientorf und dem infolge der Regulierung entstandenen Abbau Neu Loßburg. Auch eine Windmühle gehörte damals zum Gut. Man rühmte dem Gutnach, dass es eine guten Boden, zum Teil sogar Weizenboden, schöne Wiesen, etwas Wald, eine Brauerei und eine Brennerei, keine Cerfituten, wohl aber freie Weide in einigen Forstrevieren der Herrschaft Vandsburg hatte. Besonders auf der Feldmark Szhkorz (Schönhorst) und in dem genannten Eichwalde stand dem angrenzenden Gut Loßburg ein Aufhütungsrecht zu. Dieses recht wurde dadurch abgelöst, dass die 11 bäuerlichen Wirte vom Szhkorzer Belauf 17 Morgen 48 Quadratruten und das Gut 125 Morgen 2 Quadratruten erhielten.

Groß Loßburg ist eine der ersten Landgemeinden, die in Westpreußen v. der Kgl. Ansiedlungskommission für Westpreußen und Polen gebildet sind. Das 4000 Morgen große Gut wurde in 64 Ansiedlerstellen aufgeteilt und 1901 in eine Landgemeinde umgewandelt. Das frühere Gutshaus wurde zu einem Pfarrhaus umgebaut und mitten in den früheren Gutsgarten eine Kirche gesetzt.

Die Schule ist 1819 gegründet.

Der  Groß-Loßburg-Waldauer Spar- und Darlehnskassenverein und der Groß Loßburger Landwirtschaftliche Verein bestehen seit 1899. Der Gründungstag des Kriegervereins ist der 26.08.1900.

Durch Beschluss des Kreisausschusses vom 15.6.1899 sind 85 Hektar 19 Ar vom Ansiedlungsgut Groß Loßburg abgetrennt und mit dem Gemeindebezirk Waldau vereinigt. Von Gut Waldau dagegen wurden 11 Hektar 50 Ar 48 Quadratmeter zu Groß Loßburg geschlagen. Durch allerhöchsten Erlass wurde am 11.2.1901 wurde der Gutsbezirk Groß Loßburg mit der Landgemeinde gleichen Namens zu einer Landgemeinde unter dem Namen Groß Loßburg vereinigt.

Die ev. In Groß Loßburg, Skarpi und Salesch schieden am 31.3.1901 aus der Kirchengemeinde Zempelburg, die ev. In Komierowo, Komierowko und Waldau an demselben tag aus der Kirchengemeinde Obendorf-Soßnow aus und wurden zu einer selbstständigen Kirchengemeinde Groß Loßburg verbunden, für die eine Pfarrstelle errichtet wurde.

Am 2.9.1906 fand die feierliche Weihe eines Denkmals Kaiser Wilhelms II statt.                                                                     Zurück zur Übersicht

 

Guts- und Gemeindebezirk Komierowo

1376 Domherow, Komhrow, Domhrow, sonst auch Komirowo, jetzt Komierowo.

Komierowo liegt östlich von Zempelburg. Zu dem Gut Komierowo gehört das Vorwerk Komierowko.

Komierowo gehört zu den ältesten Wohnplätzen der Kraina. Seit grauen Zeiten gehört es der Familie Komierowski. Die Sage erzählt folgendes: Ziemomhsl, König von Lolen, im Jahre 962 gestorben war, bestieg Miesko, später Miecznslaw I genannt, den polnischen Thron. Wie Polen damals noch heidnisch war, so war auch Miesko ein Heide. Er hatte 7 Frauen, doch keine Nachkommen. Auf Anraten christlicher Missionare, die damals scharenweise nach Polen kamen, entschloss er sich, eine christliche Frau zu nehmen. Er heiratete die Tochter Dombrowka des Böhmenfürsten Boleslaus. Diese Heirat war an die Bedingung geknüpft, dass er selbst Christ wurde und auch sein Volk. Außerdem musste er seine 7 heidnischen Frauen verstoßen. Er erfüllte die ihm gestellten Bedingungen und wurde 966 getauft.

Zu dem Gefolge von Dombrowska gehörten auch die Bossuten, ein tapferes Geschlecht. Für ihre treuen Dienste erhielten sie ein Gebiet in der Kraina, wo sie die Dörfer Loßburg, Komierowo in einer Waldwüste  gründeten. Diese Orte bildeten für die Polen in den Zeiten der Kriege mit den Pommern wichtige Stützpunkte, und es sind diese Wälle, regelrechte Schanzen, bei diesen Orten noch zu sehen. Die Bossuten nahmen von ihrem Gut Komierowo den Namen  Komierowski an und nannten sich (nachweisbar seit 1038) Bossuta-Komierowski und führen noch jetzt das Wappen Pomian.

1376 verkaufte der Erbherr Johannes (Jesko) dem Zisterzienkloster Bnszewo (Krone a. Br.); Das Kloster erwarb 22 Hufen und 2 Hufen wurden ihnen dazu geschenkt, es zahlte dafür 160 Prager Groschen. Zeuge war Arnoldus von Waldau.

1483 war in Komierowo eine Mühle.

1619 hieß der Besitzer von Komierowo Mathias Komierowski und 1646 sein Sohn Peter und dessen Sohn Franz um 1700; danach Stanidlaus Viktor um 1750; dieser war mit Rosalie, Tochter des Kasimir von Kalkstein-Oslowski, verheiratet. Er besaß Komierowo mit Komierowko. 1792 erhielt sein Sohn Andreas Komierowo und Komierowke. Von Andreas von Komierowski erbte sein Sohn Thomas Komierowko (verheiratet mit Agathe von Sikorska) und von diesem wieder dessen Sohn Dr. Roman v. Komierowski (päpstlicher Kammerherr), der gegenwärtige Besitzer von Komierowo und Nierznchowo. Er war verheiratet mit Marie geb. von Kurnatowska.

Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts wurden die gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse reguliert. Komierowo erhielt als Entschädigung 350 Morgen von dem damaligen Schönhorster Revier.

1893 wurde aus dem Rittergut Komierowo gehörende Waldfläche von 128 Morgen für 121 Taler verkauft. Im Februar 1894 entwurzelte ein Orkan ca. 5000 Baumstämme.

1252 wurde eine Kirche erbaut und dem heiligen Michael geweiht. Sie ist eine Filialkirche von Waldau. Die jetzige Kirche ist 1863 in ihrem oberen Teil erneuert und 1895 wurde sie gründlich repariert.

Kirche und Schloss wurden 1656 von den Schweden verwüstet. Die Kirche wurde in der alten Form wieder aufgebaut und hat diese trotz aller Erneuerungen und Ausbesserungen bis heute behalten. Die ursprünglichen Grabgewölbe sind noch vorhanden und enthalten ca. 80 Särge.

Das alte Schloss befand sich auf der südöstlichen Seite der Kirche am Fuße der Wallberge. Kurz nach 1656 erbaute Peter von Komierowski auf dem Wallberg nördlich der Kirche das heutige Schloss.

Das Obergeschoß ist in der ursprünglichen Art erhalten geblieben; die Räume dienen als Arbeitszimmer, als Bibliothekzimmer, vor allem aber als Aufbewahrungsort für das umfangreiche Familienarchiv und die interessante Sammlung der Handschriften. Außerdem befinden sich dort Damenkleider aus dem 16. Jahrhundert, Reisekoffer und andere Gegenstände aus der Zeit.

Die Schule in Komierowo ist einklassig.                                                                                                                                  Zurück zur Übersicht

  

Gemeindebezirk Salesch

Zaliesie, Zalieszie, Zalesie, Salesch = hinter dem Wald, liegt im nördlichen Teil des Kreises, nahe der Komionka.

Auf der Salescher Feldmark sind wiederholt Steinkistengräber aufgedeckt. 1908 wurden dem Westpreußischen Provinzial-Museum von hier 8 mehr oder minder vollständig erhaltene Urnen, Bruchstücke einer Gesichtsurne und eine eiserne Schwanenhalsnadel übergeben.

Im 16. Jahrhundert gehörte das ehemalige Gut Salesch der Familie Radzicki vom Wappen Nalencz. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts besaß es dies Heidenstein-Sulerzncki. Die Heidenstein stammen vom Rhein; sie erhielten 1585 das polnische Heimatrecht. Zwischen Radzicki und Heidenstein scheinen die Kosowski Salesch besessen zu haben. 1653 war Johann von Heidenstein Besitzer von Salesch, nach 1772 von Puttkammer, von Zielinski vom Wappen Roza, um 1800 Generalmajor von Besser, dann von Prondzhnski, 1839 von Laszewski, 1852 Reinhold Göldner, 1856 Karl Wegner auf Loßburg, dann Ernst Billnow. 1908 ging Gut Salesch in den Besitz der Königlichen Ansiedlungskommission über. Die Ackerfläche wurde in 31 Stellen von verschiedener Größe zur Ansiedlung ausgelegt.

Salesch war ehemals katholisches Kirchdorf, abhängig von Groß Klonia. Die Kirche war Johannes dem Täufer geweiht. Die Kirche war sehr arm.

1653 war in Salesch kein Bauer. Zuvor waren es 6 Bauernstellen. 1653 wohnten hier nur ein Gastwirt und 2 freie Leute.

1744 waren in Salesch nur 3 kath. Und sonst nur evangelische Leute.

Die Schule wurde 1772 gebaut.                                                                                                                                    Zurück zur Übersicht

 

Gutsbezirk Skarpi

1476 Skarpa, 1500 Skarp oder Skarpe, jetzt Skarpi (Böschung) liegt am Zahner Fließ und an der von Zempelburg nach Pantau führenden Chaussee.

Da das Gut Skarpi bis tief ins 18. Jahrhundert hinein als Nebengut mal zu Groß Loßburg, mal zu Zahn oder Komierowo gehörte, hat es zeitweise mit diesen Gütern die gleiche Geschichte.

Um 1785 besaß Skarpi der Gutsbesitzer Schmeckel. Dieser verkaufte es 1797 an einen Pawlowski vom Wappen Lilia. Dieses Geschlecht hatte in polnischen Zeiten tüchtige Männer aufzuweisen.

Um 1800 besaß Skarpi, dessen Wert damals auf 26 525 Taler geschätzt wurde, Herr von Heiden und 1822 der Ritterschaftsrat Raphael von Prondzinski. Die Prondzinski gehören zum Wappen Grznmala.

Raphael von Prondzinski starb, 78 Jahre alt, am 27.10.1862. Er hatte mehrere Kinder.

Sein Bruder Aloisius von Prondzinski, Rittergutsbesitzer auf Waldau; zunächst übernahm dieser Skarpi, bald darauf der Domherr Julius von Prondzinski und am 13 7.1870 Joseph Raphael von Prondzinski.

Danach erwarb die Ansiedlungskommission für Westpreußen und Posen das Gut, um es mit deutschen Kolonisten zu besiedeln.                                                                                                                                                                               Zurück zur Übersicht

 

Gemeindebezirk Waldau

1311 Waldow, 1388 Waldowo, 1393 Waldowia, Waldowo, Waldau; der Ort ist von Deutschen angelegt und deutsch benannt.

Waldau liegt im östlichen Kreisteil, 2,2 km von der Kreisgrenze, an der Chaussee Zempelburg – Zahn – Loßburg- Waldau.

Früher bestand ein Gut und ein Dorf  Waldau. Das Gut ist jetzt die Landgemeinde Neu Waldau. Die Geschichte der Landgemeinde Waldau ist die ist die des ehemaligen Gutes Waldau.

In Waldau steht eine rk. Kirche St Matthäi; bereits 1358 war hier eine solche, denn im diesem Jahr wird der Pfarrer aus Waldau erwähnt.  Die Kirche wurde 1621 von der damaligen Besitzerin Anna Waldowski geb. Zakrzewski gebaut.

Seit 1820 werden in Waldau Jahrmärkte abgehalten. Zunächst waren es 4, die auch Vieh- und Pferdemärkte waren. Seit 1840 sind es nur noch 2 Jahrmärkte jährlich.

1653 war in Waldau schon ein Lehrer. Die jetzige Schule ist paritätisch und zweiklassig                                                          Zurück zur Übersicht

 

Gemeindebezirk Gr. Lutau (Freischulzengut)

1372 Luthow, 1412 Lutowo, Gr. Lutau

Groß Lutau liegt im Westen von Zempelburg, an der von Pr. Friedland über Linde nach Zempelburg führenden Chaussee.

Auf der Feldmark Groß Lutau sind mehrere Gräberfelder gefunden worden, aus deren Steinspitzen mehrere Urnen herausgehoben wurden. Außerdem wurden auf diesem Gelände Waffen von Stein, eine eiserne Pfeilspitze, Münzen und Bronzereste gefunden wurden.

Um 1370verkauften die Besitzer von Gr. Lutau, Johannes und Thomislaus, dem Erzbistum Gnesen für 300 Mark Prager Groschen.

1652 war die Kirche, die der heiligen Katharina und dem Apostel Bartholomäus geweihte Kirche aus Holz. Zum Gottesdienst mussten die Bewohner den Pfarrer aus Kamin holen.

1842 fand die Gemeinheitsteilung statt.

In Groß Lutau gibt es eine Försterei und eine 2klassige Schule.                                                                                              Zurück zur Übersicht 

 

Gemeindebezirk Klein Lutau (und Oberforstbezirk)

 Klein Lutau (poln. Lutowko) liegt an der Strecke Linde – Zempelburg nach Petznick führenden Chaussee, nördlich vom Klein Lutauer See. Um diesen See liegen Hügel bis 137 Meter Höhe.

1842 fand die Gemeinheitsteilung statt.

1874 brannten im Dorf 9 Häuser ab, so dass viele Familien obdachlos wurden.

Zum Schulverband gehören: Dorf und Oberförsterei, Klein Lutau Und Kolonie Sechau. Es unterrichten 2 Lehrer an der Schule.

Die Mühle von Kl. Lutau liegt an der Zempelpolna, Zwischen dem Kl. Lutauer und dem Zempelburger See. Diese Mühle ist bereits seit 1841 im Besitz der Familie Müller.                                                                                                                          Zurück zur Übersicht

 

Gemeindebezirk Groß Zirkwitz

Szerkwicza, Cirecwicza, Cirquira,  Zirkwice wielkie, Cirekvicia, Groß Zirkwitz

Der Ort liegt an der Kamionka, zwischen dem Molchelsee und dem Resminer See, an der Chaussee von Kamin durch Gr. Zirkwitz zur Tucheler Kreisgrenze.

Im 13. Jahrhundert gehörte Gr. Zirkwitz einer Familie, die sich nach dem Namen des Dorfes Cerekwicki nannte. Sie gehörte zum Haus Zaremba.

1349 gehörte es dem Erzbischof von Gnesen. 1374 bewilligte Papst Gregor XI. dem Bischof Jaroslaus, ehemaligem Erzbischof von Gnesen, die Nutznießung einiger Ortschaften, die zu den Tafelgütern der Erzbischöfe von Gnesen gehörten, auf Lebenszeit. Groß- und Klein Zirkwitz gehörten neben anderen Ortschaften zu diesen Tafelgütern.

Während de3s preußischen Krieges erzwang am 15.9.1454 auf dem Zug gegen Konitz der polnische Adel in Gr. Zirkwitz von Kasimir Jagiello (1447-1492) Freiheiten, die nach Beendigung des Krieges zum größten teil wieder aufgehoben wurden. Damals war hier ein erzbischöfliches Schloss, das der König bewohnte.

1653 stand in Gr. Zirkwitz eine in Fachwerk erbaute Kirche. Sie war eine Filialkirche von Kamin, von wo aus alle paar Monate ein Geistlicher kam und den Gottesdienst abhielt.

Die evangelischen wurden nach Grunau eingepfarrt.

Auch die Mühle von Gr. Zirkwitz gehörte den Erzbischöfen von Gnesen. Und war verpachtet.

Bei der Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse fielen alle Vorrechte des Mühlenbesitzers fort, dafür wurde er freier Eigentümer seines Grundstücks, musste aber Domänenzins von 83 Talern jährlich zahlen. 1838 legte der Mühlenbesitzer Bonin bei seiner Schneidemühle eine Oelmühle mit einer Presse und 5 Löchern im Grubenstock an. Sein Nachfolger wurde Friedrich Bonin, der 1863 eine Mahlmühle baute.

1913 riss der damalige Besitzer Karl Henning die alte Mühle ab und baute eine neue.

Die Schule war zweiklassig.                                                                                                                                                    Zurück zur Übersicht

 

Gemeindebezirk Klein Zirkwitz

Über den Namen Zirkwitz – siehe Gr. Zirkwitz.

Kl. Zirkwitz liegt südöstlich von Kamin, von dessen Bahnhof es 2,6 km entfernt ist.  Der Kl. Zirkwitzer See ist 5 ha groß.

1346 war zwischen dem Bischof von Kammin in Pommern und dem Erzbischof von Gnesen ein Streit ausgebrochen. Der Bischof von Kammin fiel mit bewaffneten ins Erzbischöfliche Gebiet, verbrannte und zerstörte die dortigen Ortschaften, führte die Bewohner als Gefangene fort und raubte viel Vieh. Neben Wawrziskowo (heute Stadt Kamin) hatte Kl. Zirkwitz besonders zu leiden.

1852/53 herrschte hier der Thyphus besonders stark; der Arzt Dr. Bossius aus Zempelburg behandelte die Kranken auf Kreiskosten.

1884 und 1885 war die Diphtherie unter den Kindern so bösartig, dass die Schule für längere zeit geschlossen werden musste.

In der Nacht vom 17. zum 18.Mai wütete in Kl Zirkwitz ein so großes Feuer, das 45 Wohn- und Wirtschaftsgebäude in Asche legte. 9 Bauern, 2 Kätner, 1 jüdischer Handelsmann und 5 Einlieger verloren ihr ganzes Hab und Gut.

Die evangelischen Bewohner wurden 1851 zur Kirche Zempelburg eingepfarrt.                                                                      Zurück zur Übersicht

 

Schönhorst (Gemeindebezirk)

1380 Sikorza, 1496 Snkorze, bis 1889 Sznkorz,  Schönhorst.

Es liegt nordöstlich von Zempelburg an der Chaussee Zempelburg – Pantau. Auf der Schönhorster Feldmark liegt der Bahnhof von Zempelburg. Es gibt auch einen See, der 3 Hekter groß und 1 Meter tief ist.

Dieses Dorf gehört laut Protokoll vom 23. März 1773, dem Grafen von Potolicki.

Es gibt ein Vorwerk und 10 Kätner.

Das Dorf zahlte keine Zinsen, musste dafür aber Dienste leisten. Der Ertrag des Dorfes sind 283 Taler 78 Groschen 14 Pf.

Schönhorst war früher ein adeliges Dorf, welches 1829 eine Größe von 1811 Morgen 132 Quadratuten hatte. Es hatte eine Brauerei- und Brennereigerechtigkeit und den Getränkeverlag in 2 Krügen.

Neben dem Gut Schönhorst lag das Bauerndorf gleichen Namens.

1829 gehörte der Ort der Hauptbank zu Berlin, später zum Domänenrentamt Vandsburg.

1835wurde das Vorwerk Schönhorst durch die Königl. Regierung an die Gutsbesitzerfamilie Orland verkauft.

In der Nähe dieses Dorfes lag der Forstbelauf Sznkorz. Auf Anordnung der Regierung wurde dieser Forst abgeholzt und das Land in 24 kleinere oder größere Stücke geteilt und ab 1. Januar 1847 zum vollen Eigentum an Ansiedler verkauft. Dadurch entstand die Kolonie Sznkorz.

6.11.1857 wurde durch Erlass des Oberpräsidenten der Provinz Preußen die beiden Gemeinden Dorf und Kolonie zu einem Kommunalverband angeordnet.

9.7.1889 wurde durch allerhöchsten Erlass wurde der Name in Schönhorst umgewandelt.

In polnischen Zeiten hatten die Juden in Schönhorst eine Molkerei.

Die Schule in Schönhorst wurde 1840 gegründet. Zum Schulverband gehören Schönhorst und Zahn.

Die Schule ist jetzt zweiklassig.                                                                                                                                              Zurück zur Übersicht

  

Zahn

Zahn ist ein Gutsbezirk und gehörte zum Landkreis Flatow. 1920 wurde dieser Landkreis aufgeteilt. Alles was östlich von Zempelburg liegt wurde dem Kreis Zempelburg zugeordnet und ging an Polen. Dazu gehörte auch Zahn. Polnischer Name: Trzciany          

Trzciany,  1453 Trzcziany,   Trezciany,   Zahne  und   Zahn, von trzcia = Rohrbusch;   Treiny also gleich Rohrdorf.

Zahnliegt an den Chausseen Zempelburg – Pantau und Zahn – Groß Loßburg- Waldau. In der Nähe von Zahn liegen 3 Seen, der Hintersee der Küchensee und der Mittelsee. Alle 3 Seen gehören zu Rittergut Zahn.

Zahn wird schon 1422 erwähnt. Damals zog der Komtur von Schlochau über Zahn nach Zempelburg, um die Polen aus dieser Stadt zu vertreiben. Im 15. Jahrhundert war Zahn im Besitz der Familie Trzczyanski; am Ende jenes Jahrhundert war Binzenz Trzczyanski, Doktor der Theologie, Besitzer. Die Trzczyanski oder Trzcinski gehörten zum Wappen Rawicz, ein Zweig derselben scheint vom Wappen Gulima aufgenommen zu sein. Binzenz Trzczyanski verkaufte das Gut Zahn an seine Tante, die verehelichte Pawlowski, auf Wiederverkauf ( na wyderkaw). Später traten als Besitzer auf die Gwyrezewski, die sich auch Gwierezewski schrieben, die Bembnowski vom Wappen Odrowaz (huldigten Preußen 1798) Radolinski. 1783 ist Besitzer von Zahn ein von Bruniewski. 1799 besaß das Gut der Ritterschaftsrat Karl Leopold Friederich von Heyden. Damals betrug der Tarwert des Gutes 30.000 Taler. 1818 befand sich das Gut im Besitz der Famielie Mittelstadt, die es an einen Kühlbronn verkaufte. 1826 und 1827 stand Zahn unter Landwirtschaftlicher Sequestration. Seit 1832 gehörte das Rittergut Zahn der Familie Bothe. Der Landschaftsrat Hermann von Bothe wurde 1899 geadelt; er war General- Landschaftsdirektor und starb 1913.

Um 1650 wohnten in Zahn 6 Bauern, eine Ackerwirtschaft war von Zinsbauern verlassen.

Bis in die neuere Zeit bestand neben dem Gut noch ein Bauerndorf Zahn, das einen Freischulzen, mehrere Bauern und Kossäten hatte. Durch Vertrag vom 17.August 1799 gab der Ritterschaftsrat Karl Leopold Friederich von Heyden das Freischulzengut dem Mathias Wiedenhöft; seit dem 6. Oktober 1808 besaß es sein Sohn, der auch Mathias hieß. Durch Kaufkontrakt vom 14. November 1851 übernahm das Freischulzengut der Schwiegersohn des zweiten Mathias Wiedenhöft, Wilhelm Körnig. – Die Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse geschah durch Rezeß vom 18. März 1827.

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts (1866) scheinen die Grundstücke der Ackerwirte aufgekauft und dem Dominium zugeschrieben zu sein, so dass jetzt eine Landgemeinde Zahn nicht mehr besteht.                                       Zurück zur Übersicht