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Nordrhein-Westfalen
Das Bundesland Nordrhein Westfalen wurde erst nach 1900 gegründet.
Ich beschränke mich hier auf die Entwicklung der Gebiete meiner Vorfahren. Das sind der Kreis Höxter und das Ruhrgebiet.
Die Orte meiner Vorfahren sind im Kreis Höxter Albaxen, Stahle und Fürstenau und Marienmünster.
Im Ruhrgebiet sind es die Orte Riemke, Herne und Wanne-Eickel. Letztere ist meine Geburtsstadt.
1946 wurde Höxter als Kreisstadt dem neu geschaffenen Bundesland Nordrhein-Westfalen angegliedert. Durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten vergrößerte sich die Bevölkerungszahl erheblich, was in den 50er und 60er Jahren zur Erschließung neuer Siedlungen im Petrifeld und am Bielenberg führte.
Der Kreis Höxter
Höxter zählt zu den ältesten Städten in Norddeutschland. Bereits um 800 gab es hier eine Missionskirche, die dem hl. Kilian geweiht war.
Besondere Bedeutung erlangte sie durch die nahe gelegene Reichsabtei Corvey
Kaiser Ludwig d. Fromme schenkte 823 die Villa hucxori mit der marca hucxori dem Kloster. Corvey wurde zur bedeutendsten Abtei in Norddeutschland. 833 erhielt das Kloster das Münzprivileg und es wurde ein Markt als Warenumschlagplatz für Fernhandelswaren gegründet.
Höxters entwickelte sich besonders, nachdem der Westfälische Hellweg, eine Fernhandelsstraße, die das Rhein-Maas-Gebiet mit den Silbergruben in Goslar und Magdeburg verband. Bereits 1115 gab es eine Brücke als ersten festen Weserübergang. Durch die aufstrebende Entwicklung im frühen 12. Jahrhundert, die konnte Kilianikirche um 1100 neu erbaut werden. Bei einem Überfall auf Höxter 1152 wurde die Stadtbefestigung zerstört. Im selben Jahr gestattete Kaiser Friedrich I. Barbarossa ihren Wiederaufbau, der heutigen steinernen Stadtmauer, die einen 42 ha großen Bereich umwehrt.
Seit dem 13. Jahrhundert gelang es den Bürgern, sich zunehmend aus der Herrschaft des Corveyer Abtes zu befreien. Gleichzeitig veränderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich, da der Hellweg über Höxter zugunsten neuer Brückenorte zunehmend an Bedeutung verlor. Die Stadt wandelte sich vom Fernhandelsplatz zum regionalen Marktort, der die umliegenden Dörfer versorgte.
1533 schlossen sich die Bürger der Reformation an, während der Corveyer Abt und die umliegenden Orte katholisch blieben. In dieser Zeit entstanden zahlreiche prächtige Fachwerkbauten der Weserrenaissance, die das Bild Höxters bis heute prägen.
1602 bis 1604 gab es bürgerkriegsähnliche Unruhen innerhalb der Bürgerschaft, die erst durch Braunschweiger Truppen beendet werden konnten. Im 30-jährigen Krieg wurde der Brückenort Höxter von allen Kriegführenden Mächten besetzt oder erobert. Den traurigen Höhepunkt bildete das so genannte "Blutbad von Höxter", dem 1634 etwa 1500 Einwohner zum Opfer fielen. 1673 zerstörten französische Truppen die Weserbrücke (sie konnte erst im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut werden). Die Stadt wurde gewaltsam der Herrschaft des Corveyer Fürstabtes unterworfen, der die bürgerlichen Freiheiten erheblich einschränkte.
Bis 1803 war Höxter Hauptstadt des Territoriums der reichsunmittelbaren Fürstabtei Corvey, eines der kleinsten Länder in Norddeutschland. Nach der Auflösung der geistlichen Fürstentümer gelangte Höxter zunächst unter nassau-oranische Herrschaft, um 1809 dem Neugegründeten Königreich Westfalen unter Napoleons Bruder Jerôme zugeschlagen zu werden. Auf dem Wiener Kongress wurde das einstige Fürstentum Corvey mit Höxter dem Königreich Preußen zugesprochen. Höxter wurde Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.
Mit der Anbindung an die Eisenbahn und der Stationierung einer Militärgarnison etablierten sich nach 1860 neue Gewerbe- und Industriebetriebe. Die Bebauung durchbrach erstmalig die Grenzen der mittelalterlichen Stadtmauer. Gleichzeitig wurden mit dem König-Wilhelm-Gymnasium (1867) und der ersten Preußischen Baugewerkschule (1864), aus der die heutige Universität hervorging, überregional bedeutende Bildungseinrichtungen geschaffen. Bis zum 1.Weltkrieg hielt mit dem neu errichteten Gas- und Wasserwerk und dem Anschluss an die Elektrizität die Moderne Einzug in der Stadt.
1918 verlor Höxter seine Militärgarnison und damit einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Stattdessen entwickelte sich in den 20er Jahren der Fremdenverkehr.
Durch die Wirren der Weimarer Republik und die Weltwirtschaftskrise erlangten bereits vor 1933 die Nationalsozialisten die stärkste politische Kraft zumal die Militärgarnison wieder stationiert wurde.
Den 2. Weltkrieg überstand die Stadt weitgehend unzerstört. Lediglich die Weserbrücke wurde in den letzten Kriegstagen gesprengt.
Historische Daten des Kreises Höxter
- 772 – 798 Karl der Große hält sich mehrfach zur Eroberung und Christianisierung Sachsens im Land zwischen Egge und Weser auf. 775 erkämpft er sich bei Höxter den Übergang über die Weser.
- 822 Gründung des Klosters Corvey bei Höxter, das in seiner missionarischen Wirkung nach Norden und Osten ausstrahlt.
- Mittelalter Im Kreisgebiet bilden sich die geistlichen Landesherrschaften des Fürstbischofs von Paderborn und um Höxter die des Fürstabtes von Corvey aus.
- 1524 – 1618 Der Bau und Umbau zahlreicher Schlösser, Burgen, Rat- und Bürgerhäuser im Stil der Weserrenaissance bereichern die Kulturlandschaft um hervorragende und charakteristische Gebäude.
- 1618 – 1648 Der Dreißigjährige Krieg führt zu großen Verlusten an Menschen sowie Hab und Gut und ist eine Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs.
- 1802 Preußische Truppen besetzen das Kreisgebiet. Die geistlichen Landesherrschaften hören auf zu bestehen.
- 1803 Das Kreisgebiet setzt sich zusammen aus dem Oberwaldischen Kreis (Sitz Brakel) und einem Teil des Warburger Kreises, die zu Preußen gehören, und dem ehemals Corveyer Gebiet um Höxter, das zum Fürstentum Oranien-Fulda gehört.
- 1806 Französische Truppen erobern das Kreisgebiet.
- 1807 Das Gebiet des Kreises Höxter gehört zum französischen Königreich Westfalen. Höxter ist die Hauptstadt des Distriktes Höxter, der in etwa mit dem heutigen Kreis identisch ist.
- 1813 Die Franzosen werden vertrieben. Preußen übernimmt den ganzen Distrikt Höxter.
- 1816 Die preußische Regierung schafft die Kreise Höxter, Brakel und Warburg mit jeweils einem Landrat an der Spitze.
- 1832 Der Kreis Brakel wird mit dem Kreis Höxter zum Kreis Höxter mit Sitz in Höxter zusammengelegt
- 1846 Die englische Besatzungsmacht stellt einen ehrenamtlichen Landrat und einen Oberkreisdirektor als Hauptverwaltungsbeamten an die Spitze der Kreise.
- 1870 Durch die kommunale Neugliederung werden im Kreis Höxter die ehemals selbstständigen Gemeinden zu Städten zusammengeschlossen.
- 1875 Die früheren Kreise Warburg und Höxter werden zum heutigen Kreis Höxter mit Sitz in Höxter vereinigt. Gleichzeitig werden die Gemeinden des ehemaligen Kreises Warburg zu Städten zusammengelegt
Zum Kreis gehören die Städte Bad Driburg, Beverungen, Borgentreich, Brakel, Höxter, Marienmünster, Nieheim, Steinheim, Warburg und Willebadessen, also zehn Städte mit 114 zugehörigen Ortschaften. Seitenanfang
Albaxen
Urkundlich wird Albaxen schon bei der Gründung der nachbarlichen Abtei Corvey 822 als Albachtessen erwähnt und schon 900 als Albaxen genannt.
Die Albaxer Pfarrkirche wird urkundlich bereits im 9. Jahrhundert erwähnt.
Albaxen hat ca. 1900 Einwohner und konnte früher als Handwerkerort mit anteiliger Landwirtschaft bezeichnet werden.
Die Tonenburg bei Albaxen wurde 1350 von der Corveyer Abtei erstellt.
Albaxen liegt 150 über NN und wird östlich und westlich von bewaldeten Flügeln des Weserberlglandes umgeben. Südöstlich der (Gemarkung) Albaxen fließt der Weserstrom. Er bildet die Grenze zu dem benachbarten Niedersachsen mit der Kreisstadt Holzminden und dem Sollinggebirge.
Zwei größere Gewerbebetriebe sind in Albaxen ansässig. Das Ziegelwerk Buch mit neuester Technik ausgestattet und das weltbekannte Motorenwerk Reitz mit 300 Mitarbeitern.
Der Erholungsort Albaxen mit dem durchfließenden Saumerbach und einem Wasserfall in der Ortsmitte ist frei von Alltagslärm und heißt jeden herzlich willkommen.
Das Weserdorf Albaxen gehört zum Land Nordrhein Westfalen und ist seit der Gebietsreform 1970 ein Ortsteil der nahe gelegenen Stadt Höxter. Seitenanfang
Stahle
Stahle ist eine uralte Coveyer Besitzung, wie aus Traditiones Corbeyenses hervorgeht. In der 1. Eintragung werden Hufenanteile mit Hörigen unter großer Zeugenschaft edler Sachsen dem Kloster übergeben. Auch durch 2 weitere Schenkungen war die Ortschaft noch nicht vollständig in Corveyer Besitz übergegangen. Dies ist wohl erst im 12. Jahrhundert durch weitere große Schenkungen geschehen.
Am 16.6.1113 bekundet Abt Erkenbert von Corvey, dass Graf Conrad in Gegenwart von mehreren Zeugen ihm vier Eigenhörige und zwei Mansen zu Stahle geschenkt hat. Wahrscheinlich hat sich erst danach ein größerer Lehnsbesitz gebildet, denn schon 1190 unter Ministerialen und Zeugen bei der Beurkundung über den Rückkauf des Schenkamtes Christians de Stahle. Der Name dieses Lehnmannes kommt nur dieses eine Mal vor. Die Corveyeschen Lehnsregister verzeichnen eine ganze Anzahl adeliger Geschlechter, welche mit verschiedenen Gütern in Stahle beliehen worden sind.
Die ältesten Namensregister von 1542 bei der Taxation der Türkensteuer des Besitzes an Grund und Boden und Vieh des einzelnen vorgenommen wurde, finden sich die Namen von damaligen Bewohnern aus Stahle.
Tile Brogen, Vit Krekeler, Cord Grashof, Albert Rabbe, Cord Krekeler, Hermann Holtenscheid, Hermann Lallensack, Hermann Lammertz, Cord Borcholte, Hans Herberge der Junge, Hans Beverungen, Vit Borcholte, Hans Bergmann, Peter Rosenstein, Vit Ruters, Arnd Berchmann, Henrik Losike, Gotschalk Wernecken, Hans Borcholte der Alte, Ailhild Lynnemann, Hans Krekeler, Hans Brungelen, Jürgen Siverdes, Johann Siverdes, Henrik Orsgen, Adam Beverungen, Hans Sieborghe. Seitenanfang
Die Geschichte des Ruhrgebiets
Das spätere Ruhrgebiet setzt sich aus der Grafschaft Mark, dem Herzogtum Berg, dem preußischen Westfalen und mehreren kleineren Besitzungen zusammen. Diese etwa 10 Herrschaftsbereiche haben weder einheitliche Maße und Gewichte noch Zölle, Rechtsnormen oder Gewerbeordnungen. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts kann sich das spätere Ruhrrevier nicht einheitlich als Wirtschaftsraum entwickeln. Seine politische und administrative Struktur sind zu uneinheitlich. Das "Allgemeine Preußische Landrecht" löst 1794 überkommene Rechtsnormen ab und schafft eine einheitliche Gewerbeordnung. Es ng regelt verbindlich Straf- und Zivilrecht sowie Fragen des Verfassungs- und Verwaltungsrechts. Es markiert den Bruch mit mittelalterlichen und absolutistischen Rechtstraditionen, schafft Folter und Ämterkauf ab und setzt die Gewaltenteilung durch. Ganz im Sinne der Aufklärung steht die Rechtssicherheit des einzelnen Bürgers im Mittelpunkt. Gleichzeitig ist es Grundlage einer effizienten Verwaltung des Königreichs. Das "Allgemeine Preußische Landrecht" bedeutet somit einen Riesenschritt für Preußen auf dem Weg zu einem modernen Staat. Die vorübergehende Einführung des "Code Civil", der napoleonischen Gesetzessammlung, hebt die Leibeigenschaft für Bauern sowie bestehende Gewerbebeschränkungen auf. Nachdem Gilde und Zünfte aufgelöst sind, tritt die staatliche Gewerbeaufsicht an Stelle der Selbstverwaltung der Zünfte und ihrer mittelalterlichen Traditionen. Die ehemals leibeigenen Bauern können sich nun als Industriearbeiter verdingen. Erstmals sind in Deutschland alle Bürger vor dem Gesetz gleich, egal ob adlig oder nicht. Keine Religion wird bevorzugt oder benachteiligt.
1802 erhält Preußen für den Verlust seiner linksrheinischen Gebiete den Stift Herford, Essen und Werden sowie des Bistums Paderborn. Mit dem Wiener Kongress von 1815 vereinigen sich die rheinische und die westfälische Geschichte zur der des Ruhrgebiets. Die preußische Herrschaft teilt das spätere Ruhrgebiet in seine noch heute bestehenden Verwaltungseinheiten ein. Die preußische Bergordnung stellt die Zechen unter staatliche Leitung, die Eigentumsverhältnisse bleiben jedoch unangetastet. Der Staat hat die Oberaufsicht. Wichtiger Bestandteil der Bergordnung ist die Erhebung des Bergmannes in einen bevorzugten Stand. Er ist preußischer Beamter und muss keinen Kriegsdienst leisten. Die Knappschaftskasse sichert ihn sozial ab. So versucht der preußische Staat, sich die Loyalität der Knappen zu sichern. Die Bergordnung regelt zudem Ausbildung und Rangordnung der Bergleute. Das Transportwesen, die Strassen im Ruhrgebiet werden verbessert. Zwischen 1811 und 1828 gewinnt neben der Stahlerzeugung der Maschinenbau immer mehr an Bedeutung. Um 1830 sind technologisch und infrastrukturell die Grundbedingungen zur Industrialisierung erfüllt. Auf der Ruhr lässt sich der Transport von Gütern aller Art bewerkstelligen. Langsam kann das Revier seinen technischen Rückstand gegenüber England aufholen. 1839 wird das Eisenbahnzeitalter in Deutschland ist einläutet. 1847 wird der Betrieb von Duisburg nach Dortmund aufgenommen. Das Streckennetz der Privatbahnen wächst nun Kilometer für Kilometer. Das Ruhrgebiet wird vornehmlich in Ost-West Richtung erschlossen. Die Trajektanstalt in Ruhrort ermöglicht die Verbindung der linksrheinischen Gebiete bis Aachen und Belgien. 1862 ist das Ruhrgebiet völlig erschlossen und das Streckennetz ausgebaut. Die soziale Lage der Arbeiter in dieser Zeit ist erbärmlich. Kinder im Alter ab 9 Jahren leisten bis zu 10 Stunden Arbeit als Schlepper in den Bergwerken. Es gibt keinen gerechten Lohn für die Arbeit, die soziale Absicherung ist äußerst ungenügend. Nur wenige Unternehmer reagieren auf die soziale Notlage ihrer Arbeiter. So wird bei Krupp eine Betriebskrankenkasse eingerichtet, die GHH folgt mit einer Werkssparkasse. Den Arbeitern werden aber gesunde Wohnungen, billige Nahrungsmittel und Bildung verweigert. Der Bau von Werkssiedlungen scheint eine soziale Fürsorge der Unternehmer des Ruhrgebiets zu sein. Die sozialen Probleme der Industriearbeiterschaft führen zu Konflikten während der Märzrevolution 1848, die aber scheitert. Die Verfassung vom Dezember 1849 etabliert die neue Klasse des Bürgertums und führt zur Durchsetzung der industriellen Revolution. Mit der Industrialisierung tritt "der Unternehmer" ins Rampenlicht: ausgestattet mit Mut und Geschick, handwerklicher Begabung und Risikobereitschaft, Verwaltungstalent und Flexibilität, gelingt es Persönlichkeiten wie Krupp und Grillo, in nur ein paar Jahren Imperien aufzubauen. er
1834 schließen sich mehrere Staaten dem preußischen Zolltarif an, es kommt zur Gründung des deutschen Zollvereins. Der Tarif berechnet die Zölle nach Gewicht und Volumen, nicht nach Wert. Für den Handelsverkehr ist es entscheidend, dass nun in den - immer zahlreicher werdenden - Mitgliedsstaaten ein einheitliches Zollsystem gilt. Noch 1790 hatten auf dem Gebiet des deutschen Reiches etwa 1800 verschiedene Zollstellen mit unterschiedlichen Tarifen den freien Handel behindert. Der Zollverein besteht bis zur Gründung des deutschen Reiches 1871. Zwischen 1855 und 1871 werden die wichtigsten Bergwerksgesellschaften des Reviers gegründet. Auch die Sicherheit unter Tage wird verbessert. 1858 wird die erste Öl betriebene Sicherheitslampe entwickelt, der Bergmann arbeitet nicht mehr mit offenem Feuer. In den Zechen werden nun für die Seilfahrt Stahlseile verwendet. Auch die Stahlindustrie verbessert sich immer mehr, so lassen kürzerer Zeit größere Mengen Stahl herstellen.
Es herrscht Goldgräberstimmung an der Ruhr - auch Spekulanten versuchen ihr Glück. Bereits 1836 errichten die Arbeitgeber die ersten sozialen Einrichtungen wie Krankenkassen, Konsumbäckerei und Wohnungen für die Arbeiter in der Nähe der Fabriken und Zechen. Wirklich neu und innovativ ist ein Gebäudetyp, der 1855 auf der Weltausstellung vorgestellt wird: Das Siedlungshaus im Kreuzgrundriss, das für das Ruhrgebiet prägend wird. Ab 1861 ist der Bergmann kein Beamter mehr und verliert seine ständischen Privilegien. Ab 1865 werden viele ältere Zechen stillgelegt. Es gibt immer mehr soziale Konflikte durch Lohnkürzungen und verlängerte Arbeitszeiten. Es gibt die ersten großen Streiks im Bergbau.
Der elektrische Strom und die Dampfmaschine wirden für den Bergbau bahnbrechend. In den Kokereien wird die Kohle zu Koks verarbeitet, anfallende Nebenprodukte - wie Teer und Gas - werden nun in der entstehenden chemischen Industrie weiterverarbeitet. So entsteht um die Jahrhundertwende ein Netzwerk aus Zeche, Kokerei, Hütte und Kohlenchemie. Das Schienennetz wird ausgebaut, keine Hütte und kein Bergwerk sind mehr ohne Bahnanschluss. Seit dem Krieg 1870/71 sind am Rhein auch endlich feste Brücken entstanden. In den Großstädten des Reviers lösen elektrische Straßenbahnen die Pferdebahnen früherer Zeiten ab. Bis 1870 hatte sich die Bevölkerung des Ruhrgebiets verzehnfacht, bis 1914 kommen nochmals 700.000 Zuwanderer hinzu. Der sprunghaft gestiegene Bedarf an Industriearbeitern wird durch Polen, Masuren und Schlesier gedeckt, die durch Werbekampagnen ins Ruhrgebiet gelockt werden.
Der 1. Weltkrieg erschwert die Situation für die Bevölkerung. Die Männer fehlen bei der Produktion und so werden ab 1915 in fast allen Bereichen Frauen eingesetzt, später auch Kriegsgefangene. Das Ende des Krieges durch den Versailler Friedensvertrag bringt viele Probleme für die Bevölkerung z. B. durch den Wegfall der Rüstungsindustrie. Der Reparationsforderungen aus dem Friedensvertrag von Versailles und die französische Besetzung des Ruhrgebiets zwischen 1923 und 1924 üben enormen Druck aus. Die Industrie reagiert mit Rationalisierungen großen Stils. Allein 1925 werden 34 Zechen stillgelegt. Die Nordwanderung des Bergbaus geht unvermindert weiter. Der Trend zum Großkonzern zeigt sich immer deutlicher. 1921 sind 82% der Produktion im Ruhrrevier in der Hand von nur 12 Konzernen. Die industrielle Produktion steigt an, gefördert durch Subventionen, Lohnerhöhungen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wird versucht, die Unruhen in den Griff zu bekommen. Die Geldmenge wird erhöht, die Inflation galoppiert, die Armen werden noch ärmer, die Reichen noch reicher. 1923 ist eine Hyperinflation erreicht. Es wird zunächst ein wirtschaftlicher Aufschwung erreicht, der aber 1929 abrupt zu Ende geht als am 25.10. die New Yorker Börse zusammenbricht. Die Arbeitslosigkeit steigt. Hitler genießt zunächst an der Ruhr kein hohes Ansehen. Die seit Jahren andauernde Krise ändert diese Haltung zunehmend. Ruhrindustrielle tragen finanziell zur Machtergreifung Hitlers am 30.1.1933 bei. Nach der Machtübernahme werden die riesigen staatlichen Subventionen in öffentliche Baumaßnahmen umgesetzt, die Rüstungsindustrie wird zum Motor der Konjunktur. Diese bricht bis 1937 alle Rekorde der Hochkonjunktur Mitte der 20er Jahre, allein die Stahlproduktion steigt um 400%. Die Arbeitslosigkeit im Ruhrrevier verschwindet rasch. Die Zechen und Hütten laufen spätestens ab 1935 auf Hochtouren.
Die Angriffe der alliierten Luftflotten auf das Ruhrgebiet ab 1941 treffen in erster Linie die Bevölkerung. Die Zerstörung der Industrieanlagen ist groß, doch die Auswirkungen auf die Produktion sind gering. Erst Mitte des Jahres 1944 übersteigt der Anlagewert zerstörter Fabriken den Wert der laufenden Investitionen.
Zunächst stehen bei Kriegsende alle Räder still. Die alliierte Verwaltung und die neuen deutschen Behörden sind der Situation kaum gewachsen. Die Verkehrsinfrastruktur und fast die Hälfte des Wohnungsbestandes sind zerstört, fast keine Wohnung ist unbeschädigt. Die Kohlenproduktion wird zuerst aufgenommen, um die Bevölkerung mit Kohlen zu versorgen. In den nächsten beiden Hungerwintern ist Kohle zum Überleben unentbehrlich, und die Bergleute an der Ruhr erwerben sich mit einer rasch steigenden Produktion einen geradezu legendären Ruf als Lebensretter der Nation. Die Vergeltungspolitik der Alliierten ändert sich bereits 1947 und sehen im Aufbau der Wirtschaftskraft Deutschlands aufziehenden Ost-West-Konflikt für sich zu entscheiden und sie auch für den Wiederaufbau Europas zu nutzen. Unter strenger Überwachung der Alliierten, geht die notwendige Modernisierung der Ruhrindustrie voran. Die Eisenhütten-Industrie der Ruhr übertrifft bereits zur Jahreswende 1947/48 die gesamte französische Stahlproduktion. Um eine neuerliche industrielle Übermacht des Kriegsgegners zu verhindern, versuchen die Alliierten, die ständige Kontrolle über das westliche Deutschland und besonders das Ruhrgebiet auszuüben. Erst nachdem die Regierung Adenauer einen Demontagestopp ausgehandelt hat, stimmt sie zum 24.11.1949 dem Ruhrstatut zu. Rasch beginnt der wirtschaftliche Wiederaufstieg der jungen Bundesrepublik Deutschland. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die Währungsreform am 20.6.1948 und durch die Kapitalhilfe der USA mittels des am 16.12.1949 unterzeichneten Marshall-Plans. Die Integration der Bundesrepublik in das westliche Bündnis wird weiter vorangetrieben. Der französische Außenminister Schumann entwickelt einen Plan, der Grundstein zu einer weiteren Schrittweisen wirtschaftlichen und politischen Vereinigung. Ein wichtiger Schritt ist das Montan-Mitbestimmungsgesetz vom Mai 1951, welches die Montanindustrie einer größeren gesellschaftlichen Kontrolle unterwirft. Erst 1956 wird es gegen heftigen Widerstand der Unternehmer endgültig durchgesetzt, noch unter dem Eindruck des ersten großen Streiks der Berg- und Hüttenarbeiter nach dem Krieg im Januar 1955. Mitverantwortung statt Klassenkampf, soziale Gerechtigkeit sowie außenpolitische Integration Deutschlands statt Isolierung, das ist der gesellschaftliche Grundkonsens des Neubeginns.
Die Landschaft an Ruhr und Emscher verändert sich mit dem explosiven Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik einschneidend. Die jetzt einsetzende Massenmotorisierung überzieht mit ihrem Straßennetz das Ruhrgebiet besonders dicht. Der 1963 fertig gestellte "Ruhrschnellweg" ist die wichtigste West-Ost-Achse. Bei der Eisenbahn hingegen setzt jetzt die wirtschaftliche Talfahrt ein. Die Mechanisierung im Bergbau schafft für den Bergmann endlich erträglichere Arbeitsbedingungen, der Presslufthammer wird ersetzt durch Kohlenhobel und Schrämmaschine.
Die Umsiedler aus dem Osten, aus den vormaligen deutschen Gebieten oder aus der DDR, sowie die steigende Wirtschaftskraft lassen die Bevölkerungszahlen sprunghaft steigen. Unternehmen und Gemeinden verwirklichen große Wohnungsbauprogramme, sie besiedeln viele der letzten Freiräume im ohnehin dicht besiedelten Ruhrgebiet. Sas Ruhrgebiet gewinnt rund eine Million neue Bewohner und Mitte der 50er Jahre sind alleine 607.000 Mitarbeiter im Bergbau beschäftigt. Die ersten "Gastarbeiter" aus Italien und Jugoslawien werden willkommen geheißen und schließen die Lücken auf dem Arbeitsmarkt. Doch bereits 1950 gerät der Bergbau in eine neue Kriese durch fallende Preise und es werden viele Zechen stillgelegt.1966 beginnt der Strukturwandel im Ruhrgebiet. Die aufziehende allgemeine Wirtschaftskrise beendet die Vollbeschäftigung in der Bundesrepublik und verschärft die Kohlenkrise durch weiteren Nachfragerückgang. 1969 wird eine private Einheitsgesellschaft gegründet, die "Ruhrkohle AG" (RAG). Eine nationale Kohlenreserve soll Bundesrepublik im Notfall sicher versorgen, aber das eigentliche Ziel ist der geordnete Rückzug aus dem Bergbau. Eine neue, sozialverträgliche Politik finanzieren die Bundes- und Landesregierung mit erheblichen Steuermitteln - mit den Zielen, das Tempo der Schließungen zu bestimmen und frei werdende Bergleute durch Anpassungsmaßnahmen vor Arbeitslosigkeit zu schützen.
1968 beginnt das "Entwicklungsprogramm Ruhr" um dadurch die Rahmenbedingungen des notwendigen Wandels zu verbessern. Das Bildungssystems, mit der Einführung neuer Technologien in der zweiten industriellen Revolution qualifizierte Arbeitnehmer wird Basis der Veränderung. Am 30.6.1965 wird in Bochum die erste Universität des Ruhrgebiets eröffnet. Der öffentlichen Nahverkehr wird durch die S-Bahn verbessert. Erstmals gewinnt das Wort "Umweltschutz" Gestalt, wie es Willi Brandt 1965 mit seiner Forderung nach dem "Blauen Himmel über der Ruhr" unterstreicht. Trotzdem überwiegt am Ende dieses Jahrzehntes der Eindruck, dass die große Krise erst noch bevorsteht, obwohl der Bergbau in der RAG zunächst eine gewisse Stabilisierung erreicht hat.
Die Ölkrise im Jahr 1973 wirkt wie ein ökonomisches Warnsignal. Sie signalisiert das Ende einer Epoche ungehemmten Wachstums nach dem Krieg. In dieser Zeit gerät auch die Stahlindustrie in die Kriese.Hauptabnehmer waren Länder der Dritten Welt. Diese Staaten sind dabei, die Schwelle zum Industriestaat zu überschreiten und sich auf dem internationalen Stahlmarkt als Konkurrenten zu etablieren. Dazu hat die chemische Industrie in den letzten Jahren eine große Zahl hochfester und leichter Kunststoffe entwickelt, die in der Lage sind, Stahl in verschiedenen Bereichen der Autoindustrie zu ersetzen. Es geht plötzlich bergab, als die genannten Faktoren am Markt greifen. 1974 ist die Talfahrt nicht mehr zu bremsen. Die Zahl der Beschäftigten halbiert sich von 283.000 auf 157.000. Diese gewaltigen Veränderungen wirken sich auch technologisch aus. Als einzige Chance am Weltmarkt verbleibt der Stahlindustrie, hochwertige Stähle zu erzeugen und zu veredeln. Dazu müssen die Werksanlagen vollständig verändert werden. Schritt für Schritt werden die einzelnen Stahlstandorteselektiert. Mit jeder weiteren wirtschaftlichen Verschlechterung werden unproduktive Werksteile stillgelegt oder mit anderen Standorten zusammengefasst.
Mit der neuerlichen Krise von 1993 zeichnet sich ab, dass der Ruhrbergbau nur wenige Jahre nach der Jahrtausendwende zum Erliegen kommen wird. 1994 wird der Kohlepfennig, der auf den Strompreis aufgeschlagen wurde, wird abgeschafft. Nach der Abschaffung des Kohlepfennigs subventioniert der Bund die Kohleverstromung aus allgemeinen Steuermitteln. Erstmals seit dem Beginn der Bergbaukrise in den 50er Jahren besteht mit dieser Zuspitzung auch die Gefahr, dass die sozialen Folgen nicht mehr wie bisher abgefedert werden können. Rationalisierungspotentiale sind kaum mehr vorhanden. Das Ruhrgebiet muss nun andere Potentiale ausschöpfen. Seitenanfang
Riemke
Bis 1926 war es ein eigenständiges Dorf, dann wurde es nach Bochum eingemeindet. Inzwischen ist das Pferdefuhrwerk auf der Herner Straße an der Kreuzung Poststraße im Stadtteil Riemke dem pulsierendem Autoverkehr gewichen. Während einige Wohn- und Geschäftshäuser liebevoll restauriert wurden, mußten andere mit die schmucken Giebeln schlichten Häusern Platz machen.
An der Kreuzung, förderte die Zeche „Constantin der Große“. Heute erinnert an das Bergwerk ein kleiner Park mit dem Denkmal, das der Volksmund „Knochen Karl“ getauft hat.
Am 1.10.1888 war die Gründung der St. Franziskus Pfarrei Hofstede (bestehend aus den gemeinden Hofstede mit Marmelshagen und Riemke) und schon 4 Jahre später, am 12.10.1892 erfolgte die Einweihung der St. Franziskus Pfarrkirche. Seitenanfang
Herne
Im 12. Jahrhundert ließ sich das Geschlecht der Ritter von Strünkede in Herne nieder. Ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts bestimmten allerdings ganz andere Herrscher über Land und Leute: die Zechenbarone. Während heute das Wasserschloss der Strünkeder an die frühe Geschichte erinnert, bezeugen eine Reihe von Sehenswürdigkeiten die jüngere Vergangenheit: die herausgeputzte Zechensiedlung Teutoburgia, das neu gestaltete Sud- und Treberhaus der ehemaligen Brauerei Hülsmann, das im Stil der neuen Sachlichkeit errichtete Herner Rathaus oder der grüne Gysenberg-Park, der erste Revierpark des Ruhrgebietes. Im idyllisch gelegenen Schlosspark mit dem Gräftensystem liegt auch das älteste Gebäude Hernes, die 1272 erbaute Schlosskapelle.
Die Geschichte Hernes, vor allem die Entwicklung zur Großstadt, ist eng mit dem Bergbau verbunden. Denn nur aufgrund der Kohlenzechen, die Arbeit und Einkommen versprachen, kamen Mitte des 19. Jahrhunderts und später die Menschen an die Emscher. Heute noch zeugen viele Bauwerke, Bergmann- und Knappenvereine, Straßennamen und sogar das Herner Stadtwappen, das auch heute noch Schlägel und Eisen ( das Bergmannsgezähe ) führt, von der langen Bergbautradition. Seitenanfang
Wanne- Eickel
In einer Schrift auf Baumrinde aus dem Jahre 774 ist von einer Burg Eclo (Eichenwald) die Rede, zu jener Zeit soll dort, wo heute Eickel liegt, der mächtige Tabo geherrscht und auch über die Gegend des heutigen Gelsenkirchen verfügt haben. Eine Urkunde von 1085 berichtet über den Ankauf des Oberhofes Eickel ( "Eycklo": "eck" = Eiche, "loh" = Wald; somit war Eickel eine Siedlung im Eichenwald ) Im Urbar E der Abtei Werden an der Ruhr wurde 1150 ein "Wicbertus in Eclo" ( Eickel ) genannt. In der kleinen, älteren Vogteirolle des Stiftes Essen aus der Zeit vor 1220 stand erstmals der Name Bickern: Byckeren, Bickeren kommt wahrscheinlich von Bach, "bek" oder "bik", der karolingischen Bezeichnung für Bachläufe. Das ursprüngliche Bickern lag dort, wo drei Flüsse nahe beieinander flossen: der Dorneburger-, der Hüller- und der Baumbach. Holsterhausen hieß "Holtzeterhusen", Röhlinghausen "Rodelinchusen, Rodilinchusen", Wanne "Wande" ( vermutlich ), und alle waren den Oberhöfen "Ekelo" (Eickel) und "Hurle" (Hordel) abgabepflichtig. "Horsthusen" ( Horsthausen ) war Hof des Oberhofes Suderwich. Derick van Eykel, Droste des Amtes Bochum, wurde am Laurentiustag (Am 10.August 1441) durch Herzog Adolph von Cleve und Graf von der Mark mit Haus "geheiten Krangh" belehnt. ( Crange = Reihendorf im "Krang, Krangh" ( = Kring = Ring ))
1875 gehörte das Amt Wanne (mit Bickern, Crange, Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen) zum Kreis Bochum. 1.7.1885: Das Amt Wanne kam in den neugebildeten Kreis Gelsenkirchen. 1.11.1891: Das Amt Wanne wurde in Amt Eickel (mit den Gemeinden Holsterhausen und Eickel) und Amt Wanne (mit den Gemeinden Bickern, Crange und Röhlinghausen) geteilt. An der Kaiser-Passage in Wanne wurde seit 1904 fleißig gearbeitet. Nach Ende der Bauarbeiten überdachte an der Mozartstraße eine aufwendige Glaskonstruktion die Flaniermeile mit zwölf Wohn- und Geschäftshäusern. 19. 01.1905: Das Amtshaus und spätere Rathaus Wanne wurde feierlich eröffnet. Amtsbaumeister Otto Zahn hatte den Ziegelsteinbau entworfen. Charakteristisch: die Rundbogenfenster, die dreigliedrige Fassade und der Schweifgiebel im Stil der Neorenaissance. 18.9.1905: Die Gemeinde Crange wurde in die Gemeinde Wanne eingemeindet. 1906 - 1916: Heinrich Rühmann, der Vater des berühmten Schauspielers Heinz Rühmann, hat die Bahnhofswirtschaft in Wanne gepachtet. Das Restaurant ist eine Goldgrube. Heinz Rühmann besucht das Realgymnasium der Ämter Wanne und Eickel, das heutige Gymnasium Eickel, bevor seine Familie 1916 nach München zieht. Heute erinnert der "Heinz-Rühmann-Platz" vor dem Wanne-Eickeler Hauptbahnhof an den großen Darsteller. 1910 richtet sich in der Gemeinde Wanne die Post neu ein: Im Mai 1915 bezog sie an der damaligen Sedanstraße, der heutigen Wanner Straße, ihr neues Gebäude, einen neoklassizistischen Bau in der Nähe des Hauptbahnhofs. 1.4.1910: Die Gemeinde Holsterhausen wurde in die Gemeinde Eickel eingemeindet. Die Bauarbeiten für den Wanner Saalbau begannen 1911. Im Stadtgarten entstand ein repräsentatives Jugendstil-Gebäude für Theateraufführungen, später auch für Tagungen und kleinere Veranstaltungen. Am 1.12.1912eröffnet am Eickeler Markt das erste kommunale Kino im Deutschen Reich mit dem Film "Mütter verzaget nicht". Das Gemeindelichtspielhaus stand im Dienst der Volkserziehung gegen den Verfall der Moral. Das "Sol- und Thermalbad Wilhelmsquelle" in Wanne, das heutige Solbad, wurde 1920 Eigentum des Amtes Wanne. Das 42 Grad Celsius warme Salzwasser galt als besonders wirksam bei rheumatischen Erkrankungen. Am 1.4.1926 wurden die Ämter Wanne und Eickel aufgelöst und bildeten die neue kreisfreie Stadt Wanne-Eickel. Die Stadtverordneten wählten auf ihrer Sitzung vom 17. September 1926 Wilhelm Kiwit zum ersten Bürgermeister Wanne-Eickels. Noch im gleichen Jahr durfte er sich "Oberbürgermeister" nennen. Der Bahnhof der neuen Stadt wurde 1926 zum Hauptbahnhof Wanne-Eickel aufgewertet. Mit der Geburt des 100 000. Bürgers durfte sich 1955 Wanne-Eickel "Großstadt" nennen. Am 11.2.1956kamen die ersten italienischen Gastarbeiter des Bauunternehmens Heitkamp kamen in Wanne-Eickel an. Alfred Hufeld wurde im Januar 1960 zu Wanne-Eickels Oberstadtdirektor gewählt. Der Jurist aus Halle an der Saale schied 1975 mit dem Zusammenschluß von Wanne-Eickel und Herne aus seinem Amt aus.
Zur dritten Abteilung des Emschertal-Museums zählt das Heimat- und Naturkunde-Museum in Wanne-Eickel Seitenanfang
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