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Im Herbst 2001 begann ich mich für meine Ahnen zu interessieren. Da hatte ich noch die Vorstellung, dass dies schnell zu bewerkstelligen sei. Von dieser Vorstellung musste ich mich aber schnell verabschieden. Bald merkte ich, dass viel Arbeit damit verbunden war und man braucht auch etwas kriminologischen Spürsinn. Aber das macht die Sache so spannend für mich. Als ich begann, hatte ich lediglich die Sterbeurkunden meiner Grosseltern mütterlicherseits, der Familie Orjada, die aus Westpreussen stammte und irgendwann nach ihrer Hochzeit 1913 nach Bochum gegangen war, ansonsten wusste ich nichts. In diesen Sterbeurkunden las ich, dass bei meinem Grossvater der Geburtsname Orsada war und er in Zahn Kreis Flatow geboren wurde. Meine Mutter ist schon über 80 Jahre und konnte mir nicht viel weiter helfen. Sie erzählte mir aber, dass die Familie ursprünglich Orzada hiess. Also eine sehr verwirrende Angelegenheit. Ich besorgte mir erst einmal eine Karte von dem Kreis Flatow im Staatsarchiv, damit ich überhaupt eine Vorstellung davon bekam wo das Dorf überhaupt liegt. Aber wie sollte es nun weitergehen? Das Internet war mir eine grosse Hilfe. Erst einmal gab ich eine Anzeige auf, dass ich nach den Namen Orzada und Manowski (Geburtsname meiner Grossmutter) suche und einige Wochen später erhielt ich eine Mail darauf. Nach einiger Korrespondenz stellten wir fest, dass wir gemeinsamen Vorfahren haben und ich bekam weitere Namen. Auch fand ich die Seite www.westpreussen.de und hier erfuhr ich welches Standesamt für diesen Kreis zuständig ist. Zum anderen bekam ich bald heraus, dass die Standesamtsunterlagen aus der Zeit vor 1900 im Staatsarchiv Bromberg lagern. Also schrieb ich dorthin und bekam sehr schnell Antwort. Aber die Überweisungsgebühren waren mir zu hoch und so entschloss ich mich Ostern 2002 selbst nach Polen zu fahren, da ich mir den Ort ja auch einmal anschauen wollte. In Bromberg erlebte ich die erste positive Überraschung. Man sagte mir, ich könne selbst nach den Geburtsurkunden suchen. Die persönliche Suche kostet nichts, lediglich für die Kopien musste ich je 6 Sloty zahlen. Die Heiratsurkunde konnte ich mir in Kamin abholen, wo ich allerdings nicht selbst suchen durfte, aber ich hatte aus den Sterbeurkunden die Registernummer und so war es kein Problem. Nun hatte ich auch die Namen der Eltern und war ein Stück weiter. Damit wusste ich schon mal wonach ich suchen musste. Zwischenzeitlich hatte ich mich in einer Mailingliste eingeschrieben und erhielt wertvolle Tips. So erfuhr ich, dass die Mormonen viele Kirchenbücher verfilmt haben. Also bestellte ich mir die ersten Filme um nach meinen Vorfahren zu suchen. Bei meiner Grossmutter war es besonders schwierig, denn ich musste bald feststellen, dass der Name Manowski sehr häufig vorkommt. Darum entschloss ich mich im Juni 2002 nochmals ins Staatsarchiv nach Bromberg zu fahren und dort nach den Eltern meiner Grossmutter zu suchen, da diese Jahrgänge nicht von den Mormonen verfilmt waren. Leider fand ich deren Hochzeit nicht. Aber meine Reise war dennoch erfolgreich, da ich etliche Einträge zu den Orzada´s fand. Bei meinen Vorfahren väterlicherseits hatte ich es wesentlich leichter, obwohl der Name Neumann sehr häufig vorkommt. Hier kam ich sehr schnell weiter und fand sogar unter den Suchanzeigen einen Grosscousin. Auch er betreibt Familienforschung und war schon wesentlich weiter, so erhielt ich hier den Grössten Teil meiner Vorfahren. Inzwischen kenne ich mich schon recht gut aus in der Familienforschung. Andere Schreibweisen der Namen verwirren mich nicht mehr und ich habe schon eine Menge Spürsinn entwickelt. Im Mai 2003 reiste ich wieder nach Polen. Hierzu habe ich einen Reisebericht geschrieben.
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